Frau mit Katze/Frau mit Kunst

Pelzige Begleiter, tot oder lebendig, sind ein geschichtsträchtiges Motiv aus leicht erkennbarer Motivation: „Frau mit Katze“ war nicht nur beliebter Titel zahlreicher Werke des Im- und Expressionismus, sondern auch in vielfältigen Antworten enthalten, die Künstlerinnen selbst auf die traditionelle Engführung von Frauen, Tieren und Natur gefunden haben.

Im Kontext dieser Betrachtungen will die Aktion „Frau mit Kunst“ dazu auffordern, sich selbst mit einem Bildwerk jenseits von Catwomen, Muschis und Katzenvideos in Szene zu setzen. Zum Auftakt der Aktion (Teilnahmeinformationen s.u.) kamen Frauen aus dem Künstlerverein Malkasten am 20.4. im Malkastenpark zusammen, ein unterhaltsamer Fernsehbericht Daniela Partenzis vom WDR findet sich hier.

Das Beitragsfoto zeigt die Vorsitzende des Wirtschaftsbeirates des KVM Johanne Fuchs am 20.4.2021 im Malkastenpark mit einer Bronzeplastik der Düsseldorfer Kunsthändlerin Johanna Ey (1864-1947) von Gerda Kratz aus dem Jahr 1985. Die Aktion wurde ermöglicht vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW. Weitere Eindrücke finden sich im untenstehenden Portfolio (Pdf).

Die erste Präsentation hat leider wegen ausgebuchter Veranstaltung noch nicht mit allen Teilnehmenden, sondern nur mit Vereinsmitgliedern des KVM am 3.7. 2021 anläßlich des Künstlerinnenfestes zum 30jährigen Bestehen des Frauenkulturbüros NRW im Malkastenpark stattgefunden, die nächste Präsentation findet inklusive aller Beiträge von Externen am 28. und 29.8. im Jacobihaus während der Teilnahme des Künstlerverein Malkasten an den Kunstpunkten 2021 statt. Am Sonntag, den 29.8. treffen sich um 16 h dort auch alle an weiterer Teilhabe und Mitgestaltung interessierten Mitglieder des Malkastens.

VIRENATELIER 2020

Doc Su gibt Informationen zur Kulturvirologie für Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise 2020 direkt aus dem Virenatelier

VIRENATELIER BASTELBÖGEN KUNSTPALAST zum Download


Virenatelier Ostern 2020

Kunstvirensuche im Ehrenhof Düsseldorf, Ansteckung anders denken!

Hier geht es zum Video von Doc Su (Realisierung Xénia Imrová)
https://youtu.be/95qcHceFqqw

Kunstvirenbau im Virenatelier mit Doc Su, die Bestelbögen zum Ausdrucken stehen über dem Videobeitrag im Download! Natürlich kann man sein Lieblingsmotiv auch mehrmals ausdrucken oder alles selbst zeichnen.


Kunst vs. Vermittlung?

Eine persönliche Positionierung

Die Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Vermittlung hat in den letzten Jahren an Profil gewonnen, ist aber auch gelegentlich zum Gegenstand gehöriger Polemik geworden.
Seit jeher streiten sich KünstlerInnen und KunstexpertInnen um die Frage, wie viel Vermittlung bzw. Didaktik die Kunst erträgt, ohne ihr freiheitliches Potential und ihre Lebendigkeit zu verlieren. Als KünstlerIn kann ich kategorisierende Belehrung und Didaktik ablehnen und dennoch leidenschaftlich in der Kunstvermittlung engagiert sein. Schon immer gab es hervorragende KünstlerInnen, die Lehre und Vermittlung als wichtigen Bestandteil der gesellschaftlichen Aufgabe des künstlerischen Tuns verstanden haben. Die Autorität der Künstler hatte nicht selten mit ihrem Vermittlungskonzept zu tun und ist in jedem Falle eine Frage der Kohärenz.
In unserer Zeit der zunehmenden Verdrängung von Kunst durch Marketing, Spekulation und kuratorisches Kuratell als Surrogate künstlerischer Inhalte und existenzieller Fragen ist es umgekehrt wichtig, dass Künstler sich verstärkt als Vermittler, Kuratoren, Forscher, Wissenschaftler und interdisziplinäre Botschafter begreifen. Kunstvermittlung wird auf diese Weise zur kulturellen Orientierung als Überlebensstrategie, zum „sense of coherence“.

Kunstvermittlung ist im hier vorgestellten Sinne nicht am Kunsthandel oder an der Vermittlung von Kunst in Kunstvereinen oder Galerien orientiert, sondern versteht sich im Sinne der antiken Akademie als horizontales Gespräch freier Menschen über Kunst.
Die ersten Ansätze moderner Kunstvermittlung finden sich schon in den Wunderkammern des 17. und 18. Jahrhunderts, und auch wenn hierzulande gern die Reformpädagogik des ausgehenden 19. Jahrhunderts als Initialzündung für die heutige Arbeit mit Besuchern in Museen benannt wird, sollten die zum Teil äußerst experimentellen Vermittlungstechniken der Aufklärungszeit nicht unerwähnt bleiben. In den USA entstehen schließlich im frühen 20. Jahrhundert die ersten Modelle an der Praxis orientierter und kooperativer Modelle, die heute noch weltweite Gültigkeit haben, deren bildungspolitische demokratische Leitgedanken aber auch nach wie vor auf ihre Realisierung warten lassen – es ist seit spätestens hundert Jahren sehr deutlich, was die im Medienzeitalter so (über)lebenswichtige „Kulturelle Bildung“ bedeuten könnte – dennoch hapert es vielerseits an der konkreten Umsetzung innovativer Vermittlungsideen und damit ist beileibe nicht nur die Herausforderungen durch soziale Netzwerke und digitale Vermittlungskonzepte gemeint. Der Umgang mit der immer komplexeren Heterogenität der Realität(en), Intermedia-Erfahrungen, Entgrenzung, Umgang mit Bilderflut und Herstellung von Medienkompetenz sind selbstverständliche Bestandteile der Arbeit als KunstvermittlerIn.
Man muß bei allem Innovationswillen auch nicht dauernd das Rad neu erfinden: HandsOn-Methoden, praxisnahe Vermittlung mit Erfahrungswert und dialogische Gesprächsstrukturen sind bewährte Formen der Interaktion mit anderen Menschen, die sich problemlos um weitere Bereiche ausweiten lassen. Um Dinge zu realisieren/materialisieren, die neu und anders sind, muß man auch den konventionellen Kanon beherrschen. Die hier vorgestellten Projekte und Formate sind der explizit künstlerische Versuch, neue Wege der Kunstvermittlung an der Schnittstelle von Kunst, Medien und Vermittlung auszuprobieren.

zum bundesdeutschen Standard der Kunstvermittlung: http://www.museumspaedagogik.org/fileadmin/user_upload/bund/PDF/2_9_1_1_Qualitaetskriterien_Museen_2008.pdf