DISCOMEDUSAE in der CAPRIGARAGE

discomedusae_150Kooperation mit dem Qualleninstitut

DISCOMEDUSAE, der lateinische Name für Schirm- oder Scheibenqualle, ist Leitfigur der LECTURE und VIDEOINSTALLATION von Kathrin Dreckmann und Verena Meis. Das von ihnen begründete QUALLENINSTITUT – ein fiktiver Raum, ebenso diaphan und dehnbar wie das Tier selbst – spürt dem bisher verkannten oder als monströs-giftige Erscheinung abgetanen Tier als Denk-, Bewegungs- und Soundfigur nach.

»Den unbeschwertesten, geschmeidigsten, wollüstigsten aller Tänze sah ich auf einer Leinwand, auf der große Medusen gezeigt wurden …«   (Paul Valéry)

Susanne Ristow präsentiert am 20. August ihre fluoreszierende Quallenproduktion der letzten Monate, zu der auch neue Keramiken vom Golf von Neapel gehören und Markim Pause liest seine Erzählung „Die Herrschaft der Quallen“ –  sogar spezielle kulinarische Angebote wie den allseits beliebten Quallensalat werden neben anderen Spezialitäten des Hauses für die Gäste bereitgehalten.
Wer es am Samstagabend nicht schafft, kann noch am Sonntag, den 21. August,  von 15 – 19 h vorbeikommen.

Berlin (2000)

Fundus für Straßenaktionen in Berlin

Das Künstlerbuch Berlin (2000) ist wie sein Pendant Napoli (1999) ein komplett übermaltes Justizministerialblatt von 1900, das zahlreiche Zeichnungen enthält, die als Fundus für Ristows urbane InterventionenDie agitatorische Zeichnung“ in Neapel und Berlin dienen.  Monatlich veröffentlicht Ristow im Laufe des Jahres 2000 an den seinerzeit noch stark von der Kommunikation über die Wände der Stadt geprägten Orten Herrmannplatz und Käthe-Kollwitz-Platz im (ehemaligen) Osten und (ehemaligen) Westen Berlins einzelne Motive in 400er Auflage. Der Prozeß des Auftauchens und Verschwindens der Motive wird in einer weiteren Edition mit SW-Fotografien dokumentiert. Der neapolitanische Künstlerphilosoph Luigi (LUCA) Castellano schreibt einen kommentierenden Text. Das Künstlerbuch mit den Originalzeichnungen ist in Düsseldorfer Privatbesitz und wird hier erstmalig im Überblick veröffentlicht.

 

Tinte, Bleistift auf übermaltem Justizministerialblatt von 1900 | 80 Doppelseiten | 35 x 30 x 4 cm | 2000 | Privatbesitz Düsseldorf

Leopold-Hoesch-Museum | Düren

Das Museum in Düren gleicht einem gigantischen Fremdkörper, der auf fast anstößige Weise daran erinnert, daß die kleine Stadt nicht ganz normal ist. Und das ist auch gut so.

Susanne Ristow hat im Leopold-Hoesch-Museum nicht nur ihren Kommentar zur Globalisierung mit der großen Installation „Cinacittà“ und der zentralen Arbeit „Et in Arcadia Ego“ formuliert, sondern auch „Ein Nacht in Düren“ als eine ihrer urbanen Interventionen mit einer Plakataktion verbracht, für die in einem folgenden Workshop Kollaborateure gefunden wurden, die ihrerseits völlig frei mit dem von Ristow zur Verfügung gestellten Plakatmaterial einer chinesischen Passantin umgehen konnten. Wenn schon Partizipation, dann bitte mit vollem Risiko.

Außerdem hat Ristow im „Museumsdialog“ den geheimnisvollen Zusammenhang zwischen der chinesischen Passantin auf den Straßen Dürens und den unbekannten Flugobjekten „Made in China“ und „Made in Italy“ im Museum hergestellt.