Vorsicht, ansteckend! Experimente mit Bildern

Museum Kunstpalast Düsseldorf

9. 1. – 12. 3. 2017

Wie entstehen neue Ideen und wie werden sie weitergegeben? Wie verbreiten sich Bilder und Informationen in den Medien? Warum ist ein Computervirus so ansteckend?

In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Susanne Ristow wird in dieser Aktion das Eigenleben von Kunstwerken erforscht. Im kunstvirologischen Prozeß wird mit Mutationen und Rekombinationen von Bildern und Ideen experimentiert. Mithilfe vielfacher Kopien von Exponaten im collagierten Mix mit anderem Bildmaterial und eigenen Informationen entsteht eine ständig wachsende raumgreifende Installation, die sich möglicherweise vom Museum in den urbanen Raum und in das Internet ausbreitet. Auch Schulen können zum Ort der kaum kontrollierbaren Ansteckung werden. Alle sind eingeladen, unter #museumsatelier #kunstpalast auch in den sozialen Netzwerken aktiv zu werden.

Di, 7. 2. 15 h FORUM KUNST Susanne Ristow im performativen  Künstlergespräch

SO, 12. 3. 15 – 17 h FINISSAGE

 

DISCOMEDUSAE in der CAPRIGARAGE

discomedusae_150Kooperation mit dem Qualleninstitut

DISCOMEDUSAE, der lateinische Name für Schirm- oder Scheibenqualle, ist Leitfigur der LECTURE und VIDEOINSTALLATION von Kathrin Dreckmann und Verena Meis. Das von ihnen begründete QUALLENINSTITUT – ein fiktiver Raum, ebenso diaphan und dehnbar wie das Tier selbst – spürt dem bisher verkannten oder als monströs-giftige Erscheinung abgetanen Tier als Denk-, Bewegungs- und Soundfigur nach.

»Den unbeschwertesten, geschmeidigsten, wollüstigsten aller Tänze sah ich auf einer Leinwand, auf der große Medusen gezeigt wurden …«   (Paul Valéry)

Susanne Ristow präsentiert am 20. August ihre fluoreszierende Quallenproduktion der letzten Monate, zu der auch neue Keramiken vom Golf von Neapel gehören und Markim Pause liest seine Erzählung „Die Herrschaft der Quallen“ –  sogar spezielle kulinarische Angebote wie den allseits beliebten Quallensalat werden neben anderen Spezialitäten des Hauses für die Gäste bereitgehalten.
Wer es am Samstagabend nicht schafft, kann noch am Sonntag, den 21. August,  von 15 – 19 h vorbeikommen.

Der Kabuki Transfer (2013) I Künstlerbuch

Japan viral

„Der Kabuki Transfer“ entsteht 2013 während Susanne Ristows Reise nach Japan im Rahmen eines Austauschprogrammes mit sechs weiteren Kollegen einer Delegation des Bundesverbandes Museumspädagogik. Durch ihre langjährigen Erfahrungen mit japanischer Kultur in Düsseldorf und die vielfachen interkulturellen Transferleistungen in der bildenden Kunst der Moderne vorbereitet, ist Ristow neben dem erschütternden Besuch in Hiroshima besonders beeindruckt von dem ihr bislang wenig bekannten Kabuki-za Theater, das sie in Tokyo live erleben darf. So entsteht der Titel für ein künstlerisches Reisetagebuch, das die intensive gegenseitige kulturelle Infektion von Japan und Europa im Sinne von Ristows viralen Studien zum Gegenstand hat. Die Reise nach Japan erweist sich für Ristow auch für ihre „inklusive Intervention“ in der Ausstellung „Japans Liebe zum Impressionismus“ in der Bundeskunsthalle Bonn als richtungsweisend.

 

 

Der Kabuki Transfer| 2013 | japanisches Skizzenbuch | 16 x 20 cm |Unikat | Museum Bietigheim-Bissingen

Phantombild (2002) | Graphisches Projekt

Kraft der Wiederholung

Bei der roten Leinenkassette „Phantombild“ mit 120 Monotopien handelt es sich um ein graphisches Projekt von Susanne Ristow, das die Kombinationsmöglichkeiten von bis zu sechs Platten in der Farbradierung bis zum Äßersten treibt. Immer wieder andere Farbmischungen von Orange über Rot bis Schwarz werden auf acht unterschiedlichst bearbeiteten Zinkplatten immer wieder neu zu einem vielfach kopierten Selbstporträt kombiniert, das am Ende ein bloßes Phantombild ergibt, alles ist jedes Mal anders und doch immer gleich.

 

Phantombild | 2002 | 120 Farbradierungen | 40 x 35 cm | Monotopien | Druckwerkstatt Kätelhön

Bestellungen an bildnerei@susanneristow.com

Künstler | Forscher

Die besten Künstler sind immer auch Forscher. Kinder und Jugendliche haben das Potential zum Künstler wie zum Forscher, also ist der Schritt ins Kunstforscherlabor nicht weit und die aufkommende Zukunftsprojekte und längst vergangene Geschichtspanoramen stehen uns offen wie Mikrokosmos und Makrokosmos. Es lebe der phantasievolle Forschergeist der frühen Wunderkammern!

Cinacittà | Der Wäschereport

Hybridformen von Lendentüchern, Braut- und Kopftuchmoden aus Neapel, Bejing und Duisburg-Marxloh

Seit ihrer Rückkehr aus Italien ist Ristows Lendentuchkollektion stetig angewachsen und hat mit transkulturellen Interventionen in China einen neuen Impuls erfahren: Als Verbindungsglied zwischen den Velationen und Revelationen des Christentums erweist sich nach eingehender Beschäftigung mit chinesischen Brautmoden die Vielfalt der Kopftuch- und Brautmoden auf der Weseler Straße in Duisburg-Marxloh, unweit der 2008 fertigestellten Ditib Merkez Moschee findet die globalisierte Braut hier alles, was ihrer bräutlichen Identität zuträglich ist. Zahlreiche Lecture-Performances und Kooperationen zu diesem Thema hat Ristow seit 2011 zu einem eigenen Themenkreis ausgebaut. 2015 nimmt Ristow mit dem Kurzformat „Der Wäschereport“ an einer der 1UP Veranstaltungen des NRW Forums und am Science Slam der HHU Düsseldorf teil. Video vom Science Slam Beitrag

 

 

Fotos: Blanky Timothius 2012